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Die German Church School Rundbrief Dezember 2011 |
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Liebe Patinnen und Paten, liebe Freunde der German Church School,
Begrüßung auf Deutsch
Nach der Eröffnung des Basars durch den stellvertretenden deutschen Botschafter Herrn Biontino haben die Kinder der German Church School als besondere Überraschung ihre ersten Sätze und Lieder auf Deutsch präsentiert: "Lasst uns froh und munter sein…" Angeleitet wurden sie dabei von Frau Berr, die vom hiesigen Goetheinstitut entsandt seit September erstmals Deutsch für unsere Sechstklässler anbietet.
Kinderspeisung hat begonnen
Bereits im Sommer hatten wir auf dem Hintergrund der Hungersnot am Horn von Afrika mehrere großzügige zweckgebundene Spenden und Kollekten bekommen und versprochen, dass wir sie mangelernährten Kindern hier in Addis zukommen zu lassen. Da bot sich vor allem der benachbarte Genet-Kindergarten an, mit dem wir im Rahmen unseres Kindergarten-Projekts bereits seit längerem erfolgreich zusammenarbeiten.
Für viele Familien und Alleinerziehende wird es immer schwieriger, bei den steigenden Lebensmittel- und Mietpreisen die eigenen Kinder durchzubringen. Viele Jungen und Mädchen müssen ohne ein Frühstück auskommen. So sind wir sehr froh, dass wir dieses Angebot zumindest für eine Zeit lang über die German Church School hinaus ausweiten können. Vielleicht ja auch für länger…
Selamawit und ihre Familie
"Trotz der Hungerkrise am Horn von Afrika wächst die Wirtschaft in Äthiopien rapide. Dennoch müssen die Menschen besonders in den großen Städten wie Addis Abeba mit der ständig steigenden Inflation kämpfen. Die latente Armut lässt es nicht zu, das tägliche Brot auf dem Tisch zu haben. Noch schwieriger ist es für Familien, die zwei oder mehr Kinder haben. Wie sollen sie für die beim Schulbesuch entstehenden Kosten aufkommen?
Unsere Schülerin Selamawit kommt aus solch einer Familie, die mit diesem großen Paradox aus Wachstum und Armut leben muss. Die fünfköpfige Familie muss mit dem mageren Einkommen des Vaters sowie den bescheidenen Erträgen aus der Heimarbeit der Mutter auskommen. Beide Eltern sind HIV-positiv, die Kinder wissen das auch.
Die kleine Unterkunft, in der sie hausen, gehört der Kommune. In den letzten 9 Jahren brauchten sie keine Miete zu bezahlen. Allerdings ist der halbe Wohnraum vollgestopft mit Gegenständen der öffentlichen Kommune, auf die die Familie aufpassen muss. Seit diesem August müssen sie ohne elektrischen Strom auskommen, sie haben kein Licht und keinen Radioempfang. Der Nachbar hatte Eigenbedarf angemeldet und die Leitung einfach gekappt. Die anderen Nachbarn sind nicht bereit, Strom und Wasser mit Selamawits Familie zu teilen. Diese muss das Wasser nun von weit entfernt herbeischleppen.
Trotz all dieser Einschränkungen geht Selamawit, die jetzt Klasse 7 besucht, sehr gern zur Schule. Ihr jüngerer Bruder geht in den Kindergarten, ihre ältere Schwester ist in Klasse 9 einer öffentlichen Schule. Obwohl der Vater gerade einen gering bezahlten Job als Nachtwächter begonnen hat, nimmt er am Abendunterricht der German Church School teil und besucht dort jetzt die 5. Klasse. Die Familie ist überzeugt, dass Ausbildung der Schlüssel zum Erfolg ist und einen Ausweg aus der Armut bietet.
Als Nachtwächter verdient der Vater nicht mehr als 14 Euro im Monat. Die Mutter muss zuhause bleiben, um auf die gelagerten Gegenstände aufzupassen; sie kann daher keiner auswärtigen Beschäftigung nachgehen. Sie verdient mit Stickereien ein klein wenig Geld dazu. Selamawit sagt, ihre Familie fühlte sich die letzten Jahre zuhause "wie die Beute, die von Jägern umzingelt ist - aber mit Gottes Hilfe schaffen wir es. Die Schule hat uns sehr geholfen." Ihr Vater fügt hinzu: "Wir sind der Schule dankbar, weil ich sicher sein kann, dass meine Tochter immer ein Frühstück bekommt. Das ist eine große Erleichterung für uns."
Die German Church School hat einen ganzheitlichen Ansatz, um den Nöten in Selamawits Familie zu begegnen. Das Büro der Sozialarbeit arbeitet mit den Eltern zusammen, um ein nachhaltig wirksames Umfeld aufzubauen. So bekommt die Familie eine monatliche Zusatzunterstützung, um den finanziellen Druck zu vermindern. Außerdem wird die Mutter mit einem Kleinkredit dabei unterstützt, ihre Heimarbeit auszuweiten. Ein Mini-Solarlicht soll helfen, das Problem der Versorgung mit Elektrizität zu lösen. Selamawits Familie soll neue Hoffnung bekommen, mit dem Paradox von Wachstum und Armut zurechtzukommen."
Erfahrungen mit anderen teilen
Einer ungewissen Zukunft entgegen
Der begehrteste Studiengang ist zurzeit das Ingenieurswesen. 70% aller Studierenden werden vom Staat in die naturwissenschaftlichen und technischen Bereiche dirigiert. Schon jetzt ist abzusehen, dass es für viele der späteren Studienabgänger keinen Arbeitsplatz geben wird, jedenfalls nicht in Äthiopien. Wer eben kann, möchte ins Ausland, nicht zuletzt wegen der geringen Verdienstmöglichkeiten im eigenen Land.
Das nahende Jubiläum - werden wir wachsen?
Am 20. April nächsten Jahres, dem Wochenende nach dem äthiopisch-orthodoxen Osterfest, feiert die German Church School ihren 40. Geburtstag. Wer auch immer kommen kann, ist herzlich eingeladen mit zu feiern.
Zwei neue Schüler im Rollstuhl
Gott wird arm und macht uns reich
In eigener Sache
Mitunter wird uns geraten, den Rundbrief doch per Mail zu versenden. Das wäre für uns jedoch verwaltungstechnisch weitaus aufwändiger als alle Briefe per Post auf den Weg zu bringen. Die Portokosten sind zurzeit noch geringer als eine solche Lösung.
Anmerkung des Webmasters: Da der Rundbrief der GCS auch zeitnah nach Erscheinen desselben im Internet veröffentlicht wird, könnten Abonnenten ggf. auch auf die Zusendung per Post verzichten.
Haben Sie alle herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Begleitung! Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Geleit für das Neue Jahr 2012!
Ato Teklu Tafesse, Schulrektor und |
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