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Die German Church School Rundbrief vom Dezember 2009 |
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Liebe Pateneltern und Freunde der German Church School,
In unserem diesjährigen Weihnachtsbrief möchten wir uns bei Ihnen erneut für Ihre Unterstützung der Kinder der German Church School bedanken. Wir möchten Ihnen auch Anteil geben am Alltag und der Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler der GCS und Ihrer Patenkinder. Wie Sie ja wissen, müssen wir an der German Church School viel in die Unterstützung und Ausbildung der Kinder investieren, weil sie alle aus sehr armen Familien und schwierigen sozialen Verhältnissen kommen. Ihre beständige Unterstützung und die Fortschritte, die wir im Leben der Kinder beobachten dürfen, ermutigen uns, in unseren Bemühungen um die Kinder nicht nachzulassen, sondern immer wieder neu nach Möglichkeiten der Hilfe zu suchen. Es ist an sich schon ermutigend zu sehen, wie die Gesundheit der Kinder und ihre schulischen Leistungen sich verbessern. Es ist jedoch noch entscheidender zu erfahren, dass viele der Kinder befähigt werden, sich selbst und ihre Familien zu versorgen. Durch die Unterstützung, die sie bekommen, können sie eine gute Ausbildung beenden und werden Lehrer, Mechaniker, Ärzte, Ingenieure, Techniker, Rechtsanwälte etc. Es bedarf vieler Anstrengung und Einsatz, ein Kind aus großer Armut in den Stand der Unabhängigkeit und Selbstständigkeit zu versetzen. Wir sind darum sehr dankbar, dass jedes Jahr mehr Schüler diese Selbstständigkeit erreichen. Einer unser ehemaligen blinden Schüler, der inzwischen an der Universität einen Bachelor in Jura gemacht hat, sagte kürzlich folgendes: "Einige meiner Freunde beschweren sich über vieles, was die GCS nicht für sie getan hat. Wenn ich hingegen aufzählen sollte, was ich durch die GCS alles Gutes empfangen habe, bräuchte ich dafür etwa 16 Jahre.": Sechzehn Jahre ist genau die Zeit, die er durch die GCS unterstützt wurde. Der Name dieses ehemaligen Schülers ist Geletaw Mulu. Er ist heute Mitglied der Alumni-Vereinigung der GCS und arbeitet als Rechtsanwalt beim Zoll und Finanzamt. Sein Beispiel zeigt, dass durch Ihre Unterstützung das Leben vieler Kinder nachhaltig zum positiven verändert wird. Dieses Jahr möchten wir Ihnen Einblick geben in die besonderen Probleme, mit denen viele unserer Kinder zu kämpfen haben, und wie wir versuchen, den Kindern zu helfen. Wir möchten stellvertretend von einem Mädchen aus der sechsten Klasse berichten. Das Mädchen heißt Kalkidan. Sie hat noch drei Schwestern und schon viele Probleme in ihrem Leben bewältigen müssen. Ihr Vater arbeitete als einfacher Mechaniker, und eine Zeit lang hat die Familie es einigermaßen geschafft, über die Runden zu kommen. Sie gehörten zu den sogenannten "working poor families", die die Chance bekamen, eines ihrer Kinder an der GCS anzumelden. Kurz nachdem Kalkidan an der GCS aufgenommen worden war, starb ihr Vater. Von nun an war die restliche Familie in großen Schwierigkeiten. Da Kalkidans Mutter keine Arbeit hatte, konnten sie nicht einmal genug zu essen kaufen. In der Schule bemerkten die Lehrer Kalkidans verändertes Verhalten. Sie nahm nicht mehr am Unterrichtsgeschehen teil, weinte viel und machte einen allgemein traurigen Eindruck. Ein Gespräch mit der Mutter ergab, dass der Vater an Aids gestorben war und die Mutter nun große Angst hatte, ebenfalls HIV-positiv zu sein. Auf Grund der großen Sorge und Not war sie sehr ungeduldig mit den Kindern, schrie ständig herum und behandelte sie schlecht. Wenn wir Kalkidan helfen wollten, in der Schule wieder besser zurecht zu kommen, mussten wir zunächst die häuslichen Probleme angehen. Zunächst haben wir die Mutter mit viel Zureden ermutigen können, für sich und die Kinder einen HIV-Test durchführen zu lassen. Das Testergebnis für Kalkidans Mutter war positiv, sodass sie zunächst noch verzweifelter wurde. Die Sozialarbeiter der GCS bemühten sich durch Beratung und Seelsorge, ihre psychische Not zu lindern. Außerdem wurde der Mutter eine finanzielle Unterstützung gewährt. Gemeinsam mit ihr wurde ein Plan für eine Einkommensmöglichkeit entwickelt und damit eine Versorgungsgrundlage für die Familie gegeben. Außerdem ließ sich Kalkidans Mutter in die Selbsthilfegruppe der HIV-positiven Mütter integrieren. Lesen Sie im Folgenden, wie Kalkidans Mutter selbst ihre Situation beschreibt: "Als man mir sagte dass ich Aids habe, war ich sehr verzweifelt und wusste nicht wo ich mich hinwenden sollte oder was ich tun sollte. Ich habe mich dann an die GCS gewandt in der Hoffnung, dass man mir vielleicht helfen könnte. Die Sozialarbeiter der GCS haben mich beraten und nach einiger Zeit bekam ich wieder Hoffnung. Ich begriff auch, dass ich um meiner Kinder willen noch am Leben bleiben musste. Ich habe begonnen, die antiretroviralen Medikamente einzunehmen, und mich dann der Gruppe der HIV-positiven Mütter angeschlossen. Meine gesamte Lebenseinstellung und auch mein Umgang mit der Krankheit haben sich dadurch sehr verändert. Es tat mir gut, mit anderen HIV- infizierten Menschen über meine Probleme reden zu können. Allmählich hat sich sogar meine Einstellung zu den Kindern wieder verbessert. Ich konnte wieder nett zu ihnen sein. Was die finanzielle und soziale Situation meiner Familie angeht, so bin ich froh, dass die GCS mir etwas Geld und damit eine Einkommensmöglichkeit gegeben hat. Ich konnte Injera (äthiopische Brotfladen) verkaufen und mit dem Erlös das Geschäft auch auf Butter ausweiten. Jetzt hat sich mein Leben und das meiner Familie total verändert. Wir machen uns keine mehr Sorgen mehr, dass wir nicht genug zu essen haben. Die Kinder haben keine Angst mehr und können sich wieder auf die Schule konzentrieren." Viele unserer Kinder haben ähnliche Probleme wie Kalkidan. Wir sind froh, dass wir durch Ihre Hilfe Familien unterstützen können und sie dadurch wieder Hoffnung und Mut bekommen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und ihren Alltag zu bewältigen. Abschied von lieben Freunden vor Ort und der Besuch eines Prinzen
ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2010 Ato Teklu Tafesse, Direktor und Martin Gossens, Pastor |