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Die German Church School Rundbrief vom Juni 2009 |
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Liebe Freunde der German Church School,
das letzte halbe Jahr ist wie im Fluge vergangen, in einer Woche bereits halten die Schülerinnen und Schüler unserer German Church School ihre Zeugnisse in der Hand. Ebenso eine recht große Schar von Erwachsenen, die hier Abend für Abend zum Unterricht kommen. Wir freuen uns, dass inzwischen mehr als 40 % von ihnen Eltern unserer Schulkinder sind, übrigens mehr Frauen als Männer. Für die sehr armen Familien bedeutet das sehr viel: Die Chance auf eine Arbeitsstelle steigt, ebenso die Unterstützung der Schulkinder im Elternhaus. Insgesamt bereitet die wirtschaftliche Entwicklung allerdings Grund zur Sorge. Die galoppierende Inflation, die heftig steigenden Lebensmittelpreise, die Wasserknappheit auf dem Lande - all das spüren gerade die Ärmsten besonders schmerzhaft. Das Grundnahrungsmittel Teff ist in den vergangenen drei Jahren um das Fünffache gestiegen, auch die Preise für Obst und Milch sind explodiert. Aufgrund der Energieknappheit wird zurzeit jeden zweiten Tag der Strom ganz abgeschaltet. Die meisten Menschen hocken ab 19 Uhr im Stockdustern. Bei uns dröhnt den ganzen Tag der Dieselgenerator, bis die Abendschüler um 20 Uhr gegangen sind. Es fällt schwer sich zu konzentrieren und zwischendurch zur Ruhe zu kommen. Es scheint eine Frage der Zeit, wann auch Diesel und Gas zur Mangelware werden. Einweihung unserer Turnhalle
Einsamer Höhepunkt war für die Kinder die Teilnahme von Haile Gebreselassie. Aus den zugesagten 20 Minuten seines Besuchs wurde mehr als eine Stunde. Es bereitete dem sympathischen Langstreckenläufer ersichtlich Freude, den sportlichen Wettkampf mit den Kindern aufzunehmen. Er testete mit den Karate-Kids den neuen Schwingfußboden, dann lief er mit verbundenen Augen mit unseren blinden Schülern am Laufband um die Wette - und verlor!
Learning by doing: Unser School - Day
Ausblicke Nun erwarten wir sehnlichst die Genehmigung zur Erweiterung unseres Schulgebäudes. Wie bereits mehrfach berichtet, möchten wir das Unterrichten in Vor- und Nachmittagsschicht hinter uns lassen und den auch vom äthiopischen Erziehungsministerium geforderten Ganztagsschulbetrieb einführen. Als nächster Schritt soll die Schule dann um die Klassen 9 und 10 aufgestockt werden. Da die Kinder in ihren Hütten in äußerst beengten Verhältnissen leben, blei-ben sie ohnehin gern länger an der Schule - aber es fehlt der Platz.
Ohne Ihre vielfache Unterstützung würde es keine Turnhalle geben, und so erbitten wir auch weiter und darüber hinaus Hilfe für unser großes Vorhaben. Vor ein paar Tagen wurde ich an die Jahreslosung 2009 erinnert: "Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich." Ich finde, das ist ein gutes Motto, egal in was für Situationen wir gerade stecken. Lassen Sie sich herzlich grüßen - und noch einmal ein dickes DANKE für alle Mithilfe! Ato Teklu Tafesse, Direktor und Martin Gossens, Pastor |