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Die German Church School Rundbrief vom Juni 2005 |
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Liebe Freunde!
Zunächst möchten wir Sie herzlich grüßen aus dem unruhigen Äthiopien. Vor vier Wochen hatten wir zum ersten Mal in der Geschichte Äthiopiens wirklich demokratische Wahlen. Die Regierungspartei war plötzlich von einer starken Opposition herausgefordert. Letzte Woche kam es zu erheblichen Unruhen. Sie werden sicherlich in den Nachrichten etwas davon gehört haben. Denken Sie bitte im Gebet an Äthiopien, dass Frieden und Freiheit wachsen kann.
Gerne möchten wir Sie wieder Anteil nehmen lassen an einem Problem in unserer Sozialarbeit, das besonders von unseren beiden Sozialarbeitern – aber auch von allen Lehrern – wahrgenommen wird. Die Probleme zu Hause in der Familie lassen sich mit gravierenden Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten kennzeichnen, oft versursacht durch Trennung oder Scheidung der Eltern. Das alles belastet natürlich die seelische Gefühlswelt des Kindes oder Jugendlichen und wirkt sich nicht gut auf das Lernverhalten aus. Als Schule versuchen wir zu helfen, indem wir mit Eltern und Schülern nach praktikablen Lösungen gemeinsam suchen. So müssen wir auch immer wieder die Elternteile, die ja aus den ärmsten Verhältnissen kommen, erinnern, dass sie mehr Verantwortung für die erzieherischen und ethischen Aufgaben übernehmen sollten. Damit das Verhalten der Kinder sich verbessern kann, müssen wir alle notwendigen Aktivitäten wie Beratung, Hausbesuche, Diskussionen mit Lehrern ausschöpfen.
Die Sozialarbeiter haben oft bei Binyam A. Hausbesuche gemacht, um die schwierige Situation zu begleiten. Der Vater ist sehr aggressiv geworden und hat der Familie das Haushaltsgeld drastisch gekürzt. Nachdem er seine Frau aus dem Haus vertrieben hatte, ging sie zum Gericht. Doch durch Vermittlung von Bezirksälteste – das ist in Äthiopien dann rechtskräftig - kam für kurze Zeit eine Beruhigung zustande.
Dies ist ein drastischer Fall. Nicht jede Schwierigkeit in Familien unserer Kinder verläuft so dramatisch. Aber gemäß der Tugenden "Geduld" und "Stillehalten" wird oft zu lange gewartet.
Es ist sehr hilfreich, dass unsere LehrerInnen und SozialarbeiterInnen schon ganz gut mit Konflikten umgehen können. Aber dazu braucht es immer wieder Fortbildungen. Kürzlich hatten wir ein Seminar für unsere Lehrkräfte zum Thema: Psychologie des Kindes, Konflikt-Management, Interaktives Lehren und Lernen. Natürlich hätten wir Ihnen auch einen ganz anderen Bericht geben können über das gute bis sehr gute erfolgreiche Abschneiden unserer SchülerInnen in allen Abschlußprüfungen, besonders auch in den staatlich vorgegebenen Examen nach der 8, 10. und 12. Klasse. Aber wir denken, dass wir ausreichend in den letzten Briefen darüber informiert haben. Sie werden das nicht vergessen haben.
Last but not least möchten wir uns bei Ihnen sehr herzlich für alle Unterstützung bedanken, die Sie uns wieder gegeben haben. Ohne sie könnten wir nicht existieren. Für heute wünschen wir Ihnen persönlich alles Gute und Gottes Segen Ihre Ato Teklu Tafesse, Direktor und |
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