Die German Church School von Mai bis Dezember 2002
 
Liebe Freundinnen und Freunde der GCS!

"Flut in Deutschland!" und "Dürre in Äthiopien!" - So lauteten die Überschriften in beiden Ländern während der letzten Monate. Während in Deutschland das Helfen wirklich auf allen Ebenen groß geschrieben wurde, erleben wir hier auf dem vergessenen Kontinent, wie die Hungerkatastrophe gerade erst beginnt und das Land sich nicht selber helfen kann. Es ist gut, dass große Organisationen und reiche Länder mit den Lebensmittel-Transporten begonnen haben.

Aber auch die deutschsprachige Kirchengemeinde mit ihrer GCS wird natürlich von den Partnerkirchen um Hilfe für Projekte wie Waisenhäuser etc. angefragt. So legen wir Ihnen die Aktion "Hilfe für Hungernde" ans Herz. Wenn Sie dafür eine Sonderspende geben wollen, können Sie sie auf dasselbe Konto überweisen. Vergessen Sie nicht den Vermerk "Hilfe für Hungernde".

Seit der Flutkatastrophe in Deutschland sind natürlich auch die Sonderspenden für unsere Schule drastisch zurückgegangen.
Dürfen wir uns bei Ihnen wieder in Erinnerung rufen? Für die zusätzliche Milchspeisung einmal wöchentlich und Lehr- und Lernmaterial benötigen wir noch Unterstützung.

Die Schule feiert 30. Geburtstag

Kinder mit Festschrift

Was 1972 einmal klein, mit einigen Nähkursen und Schulstunden für wenige Schülerinnen anfing, hat sich im Laufe von drei Jahrzehnten zu einer großen äthiopischen Schule ausgeweitet.
Trotz vieler politischer Unruhen und wechselhafter Geschichte hatte die Schule Bestand, wahr- scheinlich auch, weil sie trotz des äthiopischen Curriculums bewußt als Kirchenschule geführt wurde. Ein Grund, 4 Tage lang dankbar zu feiern und neuen Mut zu gewinnen:

  • mit dem offiziellen Festakt mit Bischöfen und Leitern von äthiopischen Kirchen und dem deutschen Botschafter Dr. Herbert Honsowitz. Der Direktor unserer Schule, Ato Teklu Tafesse, betonte in seiner Begrüßung, dass die GCS Tausenden von SchülerInnen Hoffnung und Zukunft gegeben habe.
  • mit Schülermusik und Schülertheater für Eltern und Nachbarn. Aufgeführt wurde ein Stück, in dem ein 14-jähriger Schüler seine Eltern verloren hat, die kurz hintereinander an Aids gestorben waren. Das einstündige Theaterspielen brachte nicht nur die Dramatik des Lebens zum Ausdruck, sondern begeisterte die Zuschauer auch mit vielen humorvollen Szenen.
  • mit einem Offenen Schultag, an dem in verschiedenen Klassenräumen Ausstellungen und workshops mit neuesten Unterrichtsmaterialien angeboten wurden. (Auf den letzten Seiten können Sie sich über die Schulaktivitäten informieren.)
  • mit einem englisch-sprachigen Festgottesdienst, in dem Pastor Gerhard Reuther (Stendal), Frau Eva Scheffer (Hermannsburg), (Pfarrfrau und Leiterin der GSC von 1975-1981) und der Schulchor der Lehrer mitwirkte.
  • mit einem Wettbewerb aller Blindenschulen des Landes. Unsere 35 blinden SchülerInnen haben dabei, wie schon so oft, den 1. Platz belegt.

Was sonst noch lief

Wettbewerbe sind auch für die anderen Schüler wichtig. In den staatlichen Examina haben unsere Schüler und Schülerinnen sehr gut abgeschnitten. Darüber hinaus belegten bei einem 10.000-Meter Lauf, den der mehrmalige Olympiasieger und Weltmeister Haile Gebre Selassie für 16.000 Läufer organisierte, einige Oberschüler, die mit Lehrern und Pfarrer liefen, sehr gute, viel versprechende Plätze.
Ein workshop für Fußball wird in diesen Wochen eine andere Herausforderung sein. Es wird vom deutschen Trainer der hiesigen äthiopischen Nationalmannschaft und einigen Nationalspielern geleitet.

Nach den Sommerferien haben einige Mitarbeiterinnen der Schule ihre Stelle gewechselt. So ist nun im äthiopischen Schulbüro nicht mehr Etaferahu zuständig, die sechs Jahre lang viele Patenschaften vermittelte und die Korrespondenz führte. Wir haben ihr in einer Verabschiedungs-Feier herzlich gedankt. An ihrer Stelle arbeitet nun unser neuer Sekretär, Ato Ermias. Desta, unsere engagierte Sozialarbeiterin, ist für 2 Jahre zum Studium nach Bergen/Norwegen gegangen - nach erst 2 Jahren, in denen sie aber so engagiert arbeitete, dass wir sie nur schweren Herzens ziehen ließen.
Auch an ihrer Stelle haben wir eine sehr gute neue Kraft gefunden - Rahel, die dank ihrer guten Ausbildung und Erfahrung die Sozialarbeit für die Mädchen fortsetzt.
Nach langem Suchen wurde auch ein neuer Sportlehrer, Ato Mulugeta, gefunden, der wieder frischen Wind ins Fach bringt.

Vor 14 Tagen (i.e. Ende November 2002) fand nun auch der traditionelle Weihnachtsmarkt der Deutschen Gemeinde statt. Wir haben gestaunt, dass wieder etwa 1500 Gäste - vorwiegend aus der internationalen Gemeinde - die vielen Stände mit deutschen Weihnachtsleckereien, Adventskränzen und Gestecken besuchten, mit einem Umsatz in Höhe von ETB 60.379,-- / Euro 7.045,--.
Wir sind froh und dankbar, dass die kleine "German Church" in Addis Abeba mit ihren 135 Mitgliedern das große Sozialprojekt "GCS" weiterhin leiten, verantworten und finanzieren kann.

Das geht natürlich nur durch Ihre treue Hilfe das ganze Jahr hindurch. So möchten wir Ihnen, liebe Paten und SpenderInnen, unseren tiefempfundenen Dank aussprechen.
Der Monatsspruch für Dezember ermutigt Sie und uns, weiter zu arbeiten und zu leben:

Sagt den verzagten Herzen: Seid getrost, fürchtet euch nicht!
Seht, da ist euer Gott! (Jesaja 35,4)

Wieder möchten wir die Bitte aussprechen, dass Sie uns im Falle eines Umzuges Ihre neue Adresse mitteilen möchten. Ansonsten kommt alle Post an uns zurück. Es wäre schade, wenn die direkte Verbindung unterbleiben müsste.

Bei den Patenschafts-Überweisungen haben wir die Bitte, den Euro-Betrag von 25,56 auf 26,00 aufzurunden.

Viele haben das im Laufe des Jahres schon getan, und wir danken Ihnen für Ihr Verständnis. Gerade auch bei den Überweisungen sind die Adressen von großer Wichtigkeit.

Als Anlage legen wir noch für Ihre interessierten Bekannten ein Infoblatt unserer GCS bei - denn 130 Kinder haben noch keine Pateneltern. Vielleicht können Sie für uns werben - vielen Dank.

Nun möchten wir Ihnen von Herzen eine besinnliche Adventszeit, gesegnete Weihnachten und ein behütetes Jahr 2003 wünschen

 

Mit herzlichen Grüßen verbleiben wir

Ihr

Ato Teklu Tafesse, Direktor und
Hans-Joachim Krause, Pastor

 
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