| Die German Church School von Mai bis Dezember 2001 | ||
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Weihnachten 2001 Der zur Weihnacht geboren wurde,hat nicht auf Probe mit uns gelebt, ist nicht auf Probe für uns gestorben, hat nicht auf Probe geliebt. Er ist das Ja und sagt das Ja, ein ganzes, unwiderrufliches, göttliches Ja - zu uns, zur Menschheit, zur Welt. Klaus Hemmerle |
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Liebe Freundinnen und Freunde der GCS!
Schon wieder geht ein Jahr seinem Ende zu. Es war ereignisreich auf politischer Ebene: weltweit, in Äthiopien, in unserer Schule und Kirche in Addis Abeba. Das wirkt sich natürlich auch auf das Leben von unseren Schülerinnen und Schülern aus. Trotz der Unruhen im Frühsommer, von denen wir Ihnen im Mai berichteten, waren alle bewahrt geblieben. Wir sind froh, daß wir wieder Frieden haben. Auch in diesem September standen wieder Hunderte von armen Kindern vor dem Schultor, unter denen ein Lehrer-Direktor-Pfarrer-Komittee nach einem festgelegten Fragekatalog, einer ersten Auswahl und einem Eignungstest 80 neue Kinder in zwei 1. Klassen aufnahm, deren Angaben zur Familiensituation zusätzlich durch Hausbesuche der Lehrer nachgeprüft wurden. Daß die Aufnahmekapazität begrenzt ist, verursacht uns immer wieder ein bitteres Gefühl im Herzen, aber der dann einsetzende Schulalltag macht allen viel, viel Freude. Denn die Motivation zum Lernen setzt sofort ein, umso mehr, als wir unsere Richtlinien dahingehend geändert haben, in Zukunft 30 Prozent der "working poor"-Zielgruppe aufzunehmen und nicht nur "poorest of the poor". Das bedeutet, daß auch Kinder von Eltern mit einem minimalen Einkommen von etwa 100 bis 300 Birr (etwa 25 bis 75 DM) im Monat zugelassen werden, denn eine Studie hat erbracht, daß die Lernatmosphäre an der Schule sich dadurch insgesamt verbessert. Kinder aus diesen immer noch sehr armen Verhältnissen werden von ihren Eltern zum Lernen angehalten, weil diese Eltern verstanden haben, daß Bildung ihre einzige Chance ist. Diese Kinder erzeugen eine Art Vorbildhaltung für andere, deren Lernmotivation erst gebildet werden muß, da sie aus unvorstellbaren Verhältnissen kommen. Die gute pädagogische Arbeit unserer Lehrkräfte hat auch dieses Jahr wieder ihre Früchte bei den Abschlüssen der 8. Klasse getragen. Diese Prüfung ist die Voraussetzung zum Besuch der weiterführenden äthiopischen Schulen, die unsere Schüler bis zur Klasse 10 (staatliches Schulentlassungszeugnis) besuchen. Alle habend diese mit gutem bis sehr gutem Erfolg bestanden. Nach dem neuen äthiopischen Curriculum dürfen danach die allerbesten Schüler die Oberstufe besuchen und Abitur machen. Von 27 Absolventen haben allein 15 die Prüfung gut bestanden, mehr als 50%, was uns stolz und glücklich macht. 35 Schüler der Klasse 12 haben dieses Jahr auch ihr Abitur gemacht, von denen mehr als die Hälfte weiter studieren dürfen (nach festgelegter Punktzahl, die auch vorschreibt, welche Fächer man mit wievielen Punkten belegen darf), einige direkt an der Uni, andere an einem berufsbezzogenen College. Zu guter Letzt haben 4 von unseren Collegestudenten erfolgreich graduiert und auch einen guten Beruf gefunden. Auf dem Hintergrund der bitterarmen Herkunftsfamilien macht uns das glücklich und dankbar und zeigt uns immer wieder, wofür es sich zu arbeiten lohnt. Unser integriertes Blindenprogramm läuft jetzt sogar mit 33 SchülerInnen. Für sie sehen die Ergebnisse noch besser aus. Die 3 Abiturienten dürfen ab jetzt die Universität besuchen, die anderen haben gut bis sehr gut abgeschlossen und ebenfalls eine gute Weiterbildungsmöglichkeit. Auch in sportlichen und anderen Wettbewerben schnitten unsere Blinden so erfolgreich ab, daß sie von einer Veranstaltung in Wollega einen großen Preis mit nach Hause brachten. Nicht zu letzt ist der gute Standard bei den Abschlüssen auch eine Auswirkung des guten Lehr- und Lernmaterials, mit dem die Schule im Unterschied zu staatlichen Schulen ausgestattet ist und den Unterricht stark fördert. Durch besondere Spenden konnten wir weiteres Material anschaffen und freuen uns sehr über die positive Entwicklung in diesem Bereich. ![]() Nach den zweimonatigen Ferien, die vom 12. Juli bis zum 13. September hauptsächlich in der Regenzeit liegen, kommen viele Schüler ausgehungert und erschöpft zur Schule zurück. Es hat ihnen die tägliche Schulspeisung gefehlt, bestehend aus einem großen sattmachenden Brötchen und einer Banane oder Apfelsine. Durch eine Sonderspende konnten wir den Speisezettel erweitern: Jeder Dienstag seit 4 Wochen ein Milchtag, an dem die Schüler einen halben Liter Milch erhalten, hoffentlich ihre Abwehrkräfte stärkt. Die Weiter- und Fortbildung der Lehrer hat eine eigene Einrichtung bekommen: den "Pädagogischen Club", der von Ursel Stahlmann mit viel Energie initiiert wurde und Zusatzausbildung in verschiedenen Fachbereichen sowie allgemein in der Benutzung von Lehrmaterial und Unterrichtsstil für das äthiopische Kollegium anbietet, z.B. Methoden des Anfangsunterrichts in Englisch, Landkartenbenutzung, geometrische Hilfsmittel an der Tafel, Unterrichts-Hospitation oder Workshops für Lehrer je nach Interesse. Das Interesse ist groß und die Arbeit lohnend. Kurz vor dem äthiopischen Weihnachten am 6. und 7. Januar 2002 erhalten alle Schüler wieder eine neue Schuluniform und neue Schuhe - die Freude wird, wie immer, groß sein! Vor drei Wochen hatten wir auf dem Compound ein großes Fest, die Willkommens-Zeremonie für unser neu getrautes Paar "Teklu-Sara". Die Kollegen begrüßten ihren Direktor und seine Sekretärin, jetzt seine Ehefrau, mit Musik, Reden, einem Geschenk und einem großen "Wot" - Essen samt Hochzeitskuchen - ein Anlaß zu großer Freude für viele. Liebe Paten und SpenderInnen, all unser Arbeit in der German Church School ist nur möglich, weil Sie so treu und zuverlässig hinter uns stehen. Wir sagen Ihnen ein herzliches Danke im Namen der SchülerInnen und Schüler, aber auch der LehrerInnen und Angestellten. Sie ermutigen uns, gerne weiterzumachen und immer wieder kreative Wege zur Förderung der Schule und der Erziehungsarbeit zu finden. Und noch eine dringende Bitte möchten wir aussprechen: Bitte teilen Sie uns im Falle eines Umzuges doch Ihre neue Adresse mit. Ansonsten kehren die Briefe zu uns zurück. Es wäre auch schade, wenn die direkte Verbbindung zwischen Ihnen und uns wegen einer unbekannten Adresse abbrechen würde. Und: Wenn bei Überweisungen Ihre Adresse unleserlich ist, haben wir keine Möglichkeit, Ihnen zu danken. Mögen Sie und Ihre Familien "Gottes unwiderrufliches Ja" in dieser Weihnachtszeit, aber auch durch die Höhen und Tiefen des kommenden Jahres, erfahren. Dankbar grüßen Sie herzlich Ihre Ato Teklu Tafesse, Direktor
(Leider stehen für diese Ausgabe des Rundbriefes keine brauchbaren Fotos zur Verfügung, Anm. des Webmasters) |
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