| Die GCS von Mai bis Dezember 2000 |
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Liebe Freundinnen und Freunde der GCS! Wieder einmal neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen und es wird höchste Zeit für unseren zweiten Rundbrief für das Jahr 2000. Einen außergewöhnlichen Tag möchten wir vorstellen. Es war an einem Dienstag im August. Viele Kinder stehen mit ihren Eltern sehr früh auf. Die einen, weil sie die ganze Nacht in der Kälte auf der Straße vor dem kirchlichen Gelände im Freien zugebracht haben, während sich andere von zu Hause aus auf den Weg zur German Church School gemacht haben. Etwa 1500 Kinder stehen in Begleitung eines Familienmitgliedes auf der Straße, um sich für die 1. Klasse anzumelden: schweigend, murmelnd, heiter. Hoffnungsvoll erwarten sie die 20 LehrerInnen zur Erfassung der ersten Daten. Die Sonne ist gerade aufgegangen und erwärmt Körper und Gemüt. Es könnte auch noch kälter sein, denn es ist Regenzeit. So können die Kids zu je 50 gelassen auf das Gelände der Kirche und Schule zum weiteren Aufnahmegeschehen und Test geführt werden. Einige sagen uns beim Vorübergehen "Thank you father!", ihre Hoffnung schon ausdrückend, einmal hier in der schönen Schule mit der guten Atmosphäre, Fürsorge und Ausbildung zu finden. Die Realität holt zwei Tage später alle ein. 90 achtjährige Kinder sind die Glücklichen, aber alle anderen Kinder müssen ihren Platz in einer hoffnungslos überfüllten staatlichen Schule suchen. Diese Spannung zwischen großer Freude und abgrundtiefer Traurigkeit gilt es immer wieder auszuhalten in dieser Stadt, wo das Elend nach Hungerkatastrophen und Krieg zugenommen hat. Der Monatsspruch für Dezember 2000 macht deutlich, wie diese zugemutete Herausforderung ausgehalten werden kann. Der ganze Trost und das kommende Heil werden in Jesus Christus sichtbar:
Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe. (Lukas 1, 78)Ja, eine intensive und arbeitsreiche Zeit liegt hinter uns. In den letzten Wochen waren viele Hände mit den Vorbereitungen unseres diesjährigen Christmas-Bazaars beschäftigt. Wir sind zwar eine kleine Gemeinde hier in Addis Abeba, aber umso überraschender war es, daß etwa 1000 Menschen uns besucht haben. Das war ein starkes Signal der Hoffnung und Unterstützung. Alles eingenommene Geld wie auch das Ihrige in diesem ganzen Jahr geht in unsere Schule: Erziehung, Kleidung, Schuhe, tägliche Speisung, Unterstützung in der Familie, medizinische und hygienische Hilfe. Und das Schöne war mitanzusehen, wie auch die sehenden und blinden Kinder wunderbare Dinge getöpfert haben. Sie konnten es kaum glauben, daß damit Geld "verdient" werden kann. Von den neuaufgenommenen Kindern können wir noch mitteilen, daß viele noch keine Pateneltern haben, sie aber bei allen anderen "unterstützten" Kindern sehen, wie gut es ist, von "Eltern" in Europa Briefe zu bekommen. Wir würden uns freuen, wenn hier die Lücken bald geschlossen würden. Wir berichteten Ihnen das letzte Mal von zwei Evaluationen, die im Frühjahr durchgeführt wurden:
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